Travelling on a Budget

London: Oyster Card oder Travelcard?

London: Oyster Card oder Travelcard?

Eine Frage, die mich immer wieder erreicht: Für welches Ticket soll ich mich entscheiden? Es gibt mindestens genauso viele Antworten auf diese Frage wie verwirrte Reisende, die am Ende ewiger Pro- und Contra-Listen auch nicht schlauer sind. Hier gibt’s Klartext!

Warum ihr euch für die Oyster Card entscheiden solltet

In vorhergehenden Beiträgen habe ich euch schon beschrieben, wie die Oyster Card und die Travelcard funktionieren. Es gibt für beide Tickets gute Argumente, aber meiner Erfahrung nach ist eine Variante für die meisten Budget-Reisenden einfach die günstigere Option: Die Oyster Card. So simpel ist es. Und zwar deswegen:

  1. Bezahlt nur für die Zonen, die ihr auch nutzt

    Fakt ist, dass die meisten Attraktionen, Parks, Cafés und so weiter im Zentrum Londons liegen. Also in den Zonen 1-2. Für diese Zonen gibt es aber keine Tages-Travelcard mehr zu kaufen, der kleinste Bereich erstreckt sich über die Zonen 1-4. Das heißt, ihr würdet im Voraus für zwei Zonen bezahlen, die ihr wahrscheinlich kaum nutzt. Fahrt ihr aber mit der Oyster Card viel in den Zonen 1 und 2, ist der Preis gedeckelt. Und zwar genau bei dem Preis, den eine Tages-Travelcard für die beiden Zonen kosten würde. Alle Fahrten darüber sind kostenlos.

  2. Das Märchen von der entscheidenden Unterkunft

    Ich lese oft Empfehlungen, die eine Entscheidung für das eine oder andere Ticket am Standort der Unterkunft festmachen. Selbst wenn ihr eure Zelte weiter draußen aufschlagt, empfehle ich die Oyster Card. Sie ist für eure Streifzüge durch die Innenstadt wie in Punkt 1 beschrieben die günstigste Option, und: Wer sich nicht nur die Zone, in der die Unterkunft liegt, anschauen möchte, wird ohnehin ab und zu längere Strecken zurücklegen. Egal ob von der Unterkunft in die Innenstadt rein, oder aus dem Zentrum raus über die Grenzen von Zone 1-2 hinaus zu weiter außerhalb gelegenen Orten. Eine Travelcard ist hier in jedem Fall teurer, sie rechnet sich mit zwei Fahrten am Tag (hin/zurück) nicht, denn der Preis steigt natürlich bei mehreren Zonen.

  3. Spart durch Ausschlafen

    Wer mit der Oyster Card unterwegs ist, zahlt für jede Fahrt einen individuellen Preis. Da heißt auch: Schlaft ihr mal aus und macht euch erst nach 9:30 Uhr auf den Weg, wird euch automatisch der günstigere Off-peak Tarif (also „nach dem Berufsverkehr“)  berechnet. Das spart noch einmal eine ganze Menge Geld. Bei der Travelcard dagegen gibt es diese Option nur für Tages-Tickets der Zonen 1-6, und ihr müsst euch vorher daran binden. Wollt ihr doch mal vor 9:30 Uhr losziehen, ist eine Off-peak Travelcard schlichtweg noch nicht gültig.

  4. Geld zurück!

    Wer eine Travelcard kauft, kauft eine Travelcard. Wenn ihr weniger fahrt als erwartet, ist das euer Pech. Die Oyster-Card dagegen lässt sich individuell aufladen, und vor allem am Ende eurer Reise wieder entladen. Achtet darauf nicht zu viel Geld auf der Karte übrig zu lassen, denn bis zu 10 Pfund Restguthaben werden euch wieder ausgezahlt. So bezahlt ihr wirklich nur das, was ihr auch verbraucht.

Die Travelcard lohnt sich nur, wenn…

… ihr von vorneherein ein so straffes Programm plant, dass ihr mehrere Tage in Folge die Preisgrenze einer Tages-Travelcard (je nach Zone 15-21 Pfund) erreicht. Dafür müsst ihr aber wirklich oft fahren. Ab 3 oder mehr fahrintensiven Tagen kann es Sinn machen, eine Wochen-Travelcard (je nach Zone 40-73 Pfund) zu kaufen.

 

(Picture by Aron Van de Pol)



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